Nach der Erfindung des iPhones hat wohl kein technisches Gerät für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie der Thermomix. In der Tat lassen sich zwischen der Mutter aller Smartphones und der Küchenmaschine von Vorwerk viele Parallelen ziehen, insbesondere was das Marketing betrifft. Die Grundlage des Erfolgs bildet aber die Innovation. Der Thermomix war die erste Küchenmaschine, die kochen konnte. Mehr noch: Er kann dampfgaren, emulgieren, kneten, kochen, kontrolliert erhitzen, mahlen, mixen, rühren, schlagen, vermischen, wiegen und zerkleinern.

Der Funktionsumfang ist also ähnlich groß wie beim Smartphone – der Preis übrigens auch! Mit 1.200 Euro kostet der Thermomix so viel wie das teuerste iPhone-Modell. Und WLAN hat die Küchenmaschine mittlerweile auch. Spätestens am Preis scheiden sich die Geister. Sind über 1.000 Euro für eine Küchenmaschine wirklich gerechtfertigt? So mancher kauft sich von dem Betrag schließlich einen Gebrauchtwagen. Wir haben die Argumente der Fans und Kritiker zusammengefasst und unter die Lupe genommen.

Pro Thermomix

  • Der Thermomix ist ein echtes Multitalent mit zwölf Kernfunktionen, die diverse andere Küchengeräte ersetzen und den Platzbedarf auf diese Weise relativieren. Selbst Profiköche wissen das Gerät zu schätzen und arbeiten damit im Restaurant.
  • Der enorme Funktionsumfang ist vor allem für kleine Küchen ein Gewinn, die damit viele andere Geräte ersetzen können. Wer für jede Funktion ein eigenes Gerät in angemessener Qualität kauft, der ist ebenfalls ein paar hundert Euro los. Außerdem nutzt man die Vielfalt eher, wenn das Gerät schnell greifbar auf der Arbeitsplatte steht als irgendwo im Keller verstaubt.
  • Der Thermomix kann viel Zeit sparen, vorausgesetzt man weiß, wie man ihn clever bedient und in den Kochalltag einbaut. Das Schälen und Schnippeln nimmt er einem aber nicht ab, dabei sind das die aufwendigsten Arbeiten beim Kochen. Manche Gerichte haben einen echten Zeitvorteil, so kann der Thermomix in nur 15 Minuten Eis zubereiten.
  • Einer der vielleicht größten Vorteile des Thermomix ist, dass er Menschen ans kochen bringt, die ihre Küche ansonsten eher selten benutzt haben. Sei es, weil sie echte Technikfreaks sind, oder weil sie sich durch die professionelle Geräteunterstützung endlich auch das Kochen zutrauen.
  • Wer mehr selbst kocht, statt Fertiggerichte und Fast Food zu konsumieren, der isst nachweislich gesünder! Mit dem Thermomix werden endlich wieder ausgewogene Gerichte zubereitet, die mehr Gemüse und mehr Nährstoffe enthalten.
  • Mit dem Thermomix kann wirklich jeder kochen. Der im Modell TM5 integrierte Rezeptchip leitete Schritt für Schritt durch das Rezept. Was zu tun ist, wird ganz genau auf dem intuitiven Touchscreen-Bildschirm angezeigt.
  • Da viele Gerichte komplett im Thermomix zubereitet werden, macht man kaum andere Küchengeräte schmutzig und hat nur wenig zu spülen.
  • Der Thermomix ist ein Statussymbol, das für Lifestyle, Technikaffinität und Genussbewusstsein steht. So mancher stellt sich den Luxusmixer sogar einzig und allein aus diesem Grund in die Designerküche, ohne ihn wirklich zu benutzen.
  • Für den Thermomix gibt es diverse Rezeptinspirationen. Es gibt unendlich viele Webseite, die sich ausschließlich mit dem Thema befassen. Hinzu kommen so viele YouTube-Kanäle wie für kein anderes Küchengerät. Außerdem hat mittlerweile fast jedes Kochmagazin einen eigenen Thermomix-Ableger. So wird es einfach nie langweilig!

Contra Thermomix

  • Den Thermomix kauft man sich nicht mal eben so, er ist eine Investition fürs Leben. Viele Menschen müssen sich die 1.200 Euro am Munde absparen, bevor sie sich ihren Traum vom High-End-Mixer erfüllen können. Das lohnt sich nur, wenn man ihn auch wirklich regelmäßig nutzt. Es gibt zwar Vorführungen, aber keine Gelegenheit den Thermomix im Vorfeld ausgiebig allein zu testen.
  • Den Thermomix kann man nicht im freien Handel erwerben. Es ist gar nicht so einfach ran zu kommen! Er wird ausschließlich direkt von Vorwerk vertrieben und zwar über sogenannte Markenrepräsentanten. Ähnlich wie bei Tupperware werden Partys bei den Kunden zu Hause veranstaltet, wo das Gerät vorgestellt und vertrieben wird. Diesen Vertriebsweg mag nicht jeder. Auf anderen Wegen lassen sich aber nur Gebrauchtgeräte kaufen.
  • Der Thermomix benötigt zweifelsfrei Platz. In kleinen Küchen macht eine Anschaffung deshalb nur Sinn, wenn andere Geräte dafür rausfliegen. Neben der Standfläche für das Gerät selbst muss auch der ausladende Dampfgaraufsatz irgendwo verstaut werden.
  • Der Thermomix kann zwar kochen, aber nicht braten. Mit Mühe und Not erreicht er maximal 120 Grad. Bei dieser Temperatur entstehen keine Röstaromen. Wer also eine geschmackvolle Gulaschsuppe oder Bolognese zubereiten will, der muss das Fleisch vorher separat in einer Pfanne anbraten.
  • Die Maschine ist zwar ein Multitalent, aber auch sehr laut. Vor allem in den höheren Leistungsstufen werden schon mal knapp 100 Dezibel erreicht, was in etwa der Lautstärke einer Kreissäge entspricht. Wer damit beispielsweise Nüsse mahlt, kann das vor den Nachbarn nicht geheim halten.
  • Wer vor der Anschaffung des Thermomix nicht kochen konnte, der lernt es auch nicht dadurch. Denn das Gerät verleitet eher zur Vereinfachung des Kochvorgangs und leitete seine Nutzer an. Es vermittelt aber keine Kochtechnik, sondern sorgt stattdessen dafür, dass die Sinnlichkeit des Kochens leidet.
  • Durch die Messer im Kessel bekommt jedes Gericht, dass längere Zeit darin gegart wird, eine leicht breiige Konsistenz, die von der Originalkonsistenz abweicht. Das gilt beispielsweise für Risotto und Eintöpfe.
  • Die Rezepte lassen sich im Thermomix nur selten skalieren. Die mitgelieferten Rezepte sind meist für vier Personen. Wird die Menge erhöht, steigt analog dazu nicht unbedingt die Zubereitungszeit. Hier versagt der Rezeptchip. Außerdem reicht der Platz im Topf nicht für größere Gesellschaften aus.
  • Der Thermomix hat keinen programmierbaren Timer. Er kann also nicht von selbst starten, so dass das Essen bereits fertig ist, wen man von der Arbeit nach Hause kommt.

Fazit: Der Thermomix kann nicht alles, ist aber eine gute Unterstützung

Ja, der Thermomix ist die vielseitigste Küchenmaschine aller Zeiten. Sie schafft es Bedürfnisse zu wecken und so auch Kochmuffel für Selbstgekochtes zu begeistern. Kritiker entgegnen häufig, dass der Thermomix nichts mehr mit Kochen zu tun hat, weil er alles durchmischt und die Konsistenzen verfälscht. Wer sich das Küchengerät aus dem Hause Vorwerk zulegen will, der sollte genau wissen, was er damit tun möchte. Nicht immer passen die Kochgewohnheiten zum Funktionsumfang. Wer zum Beispiel vorwiegend Fleisch ist, für den ist die Pfanne noch immer die beste Wahl. Wer aber Unterstützung und Zeitersparnis wünscht, für den kann der Thermomix die perfekte Küchenhilfe sein.

Status

pro Thermomix
contra Thermomix

Wir haben insgesamt 18 Argumente zum Thema "Thermomix". Davon sind 9 positiv und 9 negativ. Bedeutet also 50% PRO zu 50% CONTRA Thermomix. Die Pro/Contra Liste Thermomix wurde am 11. Dezember 2017 aktualisiert.

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